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Wenn Bewegung nur Mausclick ist

Bewegungsmangel im Büro, ungesundes Verhalten am PC: Das Archiv ist auf dem PC, mit den Mitarbeitenden wird per E-Mail kommuniziert, Faxgerät und Handy sind in Griffnähe...

Mit dem Einsatz modernster Informationstechnologie nimmt der Bewegungsmangel beim Arbeiten am Schreibtisch zu. Nach Untersuchungen der deutschen Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund klagen vier von fünf Personen, die am Bildschirm arbeiten, über Rückenbeschwerden, Verspannungen der Muskulatur im Hals-, Nacken- und Schulterbereich sowie in den Armen und Händen. Sie haben Kopfschmerzen, Augenprobleme, Durchblutungsstörungen in den Beinen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Konzentrationsstörungen. Solche Gesundheitsprobleme werden häufig durch ergonomische Mängel, insbesondere durch falsches Verhalten am Büroarbeitsplatz, verursacht. Dies wirkt sich nicht nur auf die Betroffenen aus, sondern auch auf die Unternehmen und Krankenkassen: Durch Fehlzeiten und Krankheitsabwesenheiten von Chefs und Mitarbeitenden entstehen hohe volkswirtschaftliche Kosten, die mindestens zum Teil vermeidbar sind.

Arbeit dem Menschen anpassen

Es ist schwierig, genau auszumachen, auf welche Faktoren die gesundheitlichen Beschwerden im einzelnen zurückzuführen sind. Wer viel im Büro arbeitet, ist besonders häufig von Beschwerden des Muskel- und Skelettsystems betroffen. Das Ziel der ergonomischen Arbeitsgestaltung ist es, die Aufgaben, den Arbeitsplatz, die Umgebung und die Arbeitsorganisation an die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Menschen anzupassen (und nicht umgekehrt)!

Ergonomie beachten

Einen wichtigen Stellenwert nimmt die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes ein. Neben der Auswahl geeigneter Arbeitsmittel (Möbel, Geräte, Maschinen, Werkzeuge, Hilfsmittel, usw.) hat die korrekte Anordnung und Einstellung der Möbel und Geräte eine hohe Prioriät. Leider sind nur schon die Arbeitsstühle und –tische oft nicht richtig eingestellt und ungünstig angeordnet.

Bewegung ist besser

Im Grunde genommen ist der Mensch nicht dazu geeignet, den ganzen Tag zu sitzen.

Zu langes und falsches Sitzen belastet vor allem die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule, und zwar in einem höheren Ausmass, als dies beim Gehen oder Stehen der Fall ist.
Wer einen Teil der täglichen Arbeitsszeit in Bewegung ist, kann mögliche Belastungen bereits ein Stück weit ausgleichen.
Auch eine trainierte Muskulatur ist ein guter Schutz vor Rückenschmerzen.
Und was viele Menschen gerne vergessen: Körperliches Wohlbefinden und Fitness lassen sich nicht bloss im Fitnesscenter oder auf der Finnenbahn realisieren, sondern auch im Arbeitsalltag: Anstatt der Mitarbeiterin/Mitarbeiter im ersten Stock eine Nachricht zu mailen, kann man diese auch persönlich überbringen.
Mit kleinen Pausen und leichten Gymnastikübungen (im Büro) kommt der Kreislauf wieder in Schwung, die Muskulatur wird besser durchblutet, und die Bandscheiben werden ernährt.

Abwechslung wichtig

Beim Sitzen ist Abwechslung das Wichtigste. „Dynamisches Sitzen“, das heisst, der häufige Wechsel der Sitzposition, trägt wesentlich dazu bei, eine vorschnelle Alterung der Bandscheiben und permanente Muskelspannungen zu vermeiden. Damit dies mögich ist, muss der Bürostuhl wechselnde Sitzhaltungen zulassen. Manchmal ist es auch angezeigt, Alternativen zu prüfen, die mit dem herkömmlichen Sitzen kombiniert werden können: beispielsweise den Einsatz eines Stehpults oder eines Sitzballs.

Monitore sind oft falsch platziert

Vielfach sind Geräte und Hilfsmittel falsch oder ungünstig platziert. Zum Beispiel stehen Bildschirme oft zu hoch, und die Lichtverhältnisse werden ungenügend berücksichtigt.

Weil Blendwirkungen die Augen ermüden, sollten Monitore nicht zu nahe beim Fenster aufgestellt werden, und das Tageslicht soll von der Seite einfallen.
Falls Deckenlampenbänder vorhanden sind, sollen die Bildschirme parallel dazu, zwischen den Lichtquellen, stehen.
Es ist wichtig, auch die Lichtverhältnisse, das Raumklima (Temperatur, Lüftung, Feuchtigkeit) usw. den Bedürfnissen der Menschen und den Arbeitsaufgaben anzupassen.

Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung lohnt sich

Eine nach ergonomischen Gesichtspunkten gesunde Arbeitsgestaltung lohnt sich mehrfach: Längerfristig zahlt sie sich in Franken und Rappen aus – bereits kurzfristig hat sie positive Effekte auf die Gesundheit und das Wohlbefinden jedes/jeder einzelnen.

Beispiel: Büroarbeitsplatz
Bild: Quelle Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund

Astrid Schneider

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