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E-Business auf dem Vormarsch

Der Gewerbeverband Basel-Stadt fördert die E-Business-Kompetenz von KMU

«Wie finde ich Sie im Internet?» Diese Frage hören KMU immer öfter. Es gehört heute zum guten Ton, im Internet präsent zu sein. Zwar erwartet vom Internetgeschäft heute niemand mehr die enormen Umsatzzuwächse, wie sie noch vor wenigen Jahren prognostiziert wurden. Eine gewisse Ernüchterung hat sich breit gemacht. Dennoch wird die Nutzung des Internets für Geschäftsprozesse immer wichtiger und eröffnet auch KMU grosse Chancen.

Was ist E- Business?

E-Business umfasst alle Arten von Geschäftsprozessen, die über elektronische Medien abgewickelt werden. Dazu gehören unter anderem auch die Kommunikation via E-Mail und der Austausch von Informationen über Online-Plattformen. Ein rein informativer Internet-Auftritt gehört streng genommen bereits zum E-Business, wenn auch die Information einen Geschäftsprozess darstellt. In der Praxis werden unter E- Business jedoch eher die Schlüsselprozesse eines Unternehmens wie Beratung und Verkauf und/oder deren Vorbereitung verstanden. Der Begriff E-Commerce als Teilbereich des E- Business bezieht sich konkret auf den Kauf- und Vekaufsprozess über die elektronischen Medien.

Viele KMU stehen noch vor der Aufgabe, ihre eigene E-Business-Strategie zu entwickeln und in ihre Unternehmensstrategie zu integrieren. E- Business muss immer gesamtunternehmerisch betrachtet werden, ansonsten besteht die Gefahr, dass Investitionsentscheidungen nicht ihre potenzielle Wertschöpfung entfalten, sich als wirkungslos erweisen oder sogar einen negativen Return on Investment nach sich ziehen. Die gründliche Erarbeitung einer auf das KMU individuell zugeschnittenen E-Business Strategie ist damit die wichtigste Basis und der erste Schritt in ein erfolgreiches E- Business. Zudem muss E-Business als eigener strategischer Bereich im Unternehmen anerkannt werden. Aus einer Umfrage des Gewerbeverbands Basel-Stadt geht hervor, dass ein grosser Teil der KMU nur dann in E- Business investiert, wenn es die konkreten Kundenanforderungen nötig machen. Häufig geschieht dies kurzfristig und ohne ein strategisches Konzept. Nachträgliche Untersuchungen möglicher Misserfolge richten sich in der Regel nicht auf mittel- und langfristige Unternehmensziele. Die resultierenden Gefahren werden oft unterschätzt und letztlich damit begründet, das Internet sei ein unrentables Medium, das hohe Kosten, jedoch für KMU kaum Chancen birgt.

Ob ein Unternehmen im E-Business erfolgreich ist, hängt von vielen Faktoren ab; eine E- Business-Strategie und eine eigene Website sind dafür nur die Basis. Die Formel « E-Business = Erfolg» kann aus den Erfahrungen der letzten Jahre durchaus bestätigt werden, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die E-Business-Strategie in allen Phasen korrekt definiert, auf das Unternehmen ausgerichtet und letztlich konsequent umgesetzt wird. Auf der anderen Seite musste in der Praxis leider auch oft genug die Erfahrung gemacht werden, dass die Formel «kein E-Business = kein Erfolg» ebenso zu bestätigen ist. Letztlich ist diese Gleichung für KMU ein besonders ernst zu nehmendes Risiko, da sie die Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Unternehmen in kurzer Zeit empfindlich schwächen kann.

Mehr E-Business-Kompetenz

Dass KMU ihre E-Business-Kompetenz stärken müssen, ist unbestritten. Es braucht jedoch Unterstützung in der Entwicklung und Umsetzung der Strategien, damit auch Unternehmen mit wenig Wissens- und Personalressourcen aktiv werden und sich dennoch auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren können. Der Gewerbeverband Basel-Stadt als Wirtschaftsverband der Basler KMU bietet bereits seit einigen Jahren professionelle Dienstleistungen an, um KMU durch den gesamten E-Business-Prozess zu unterstützen. Ein eigenes Kompetenzzentrum entwickelt für seine Kunden komplette E-Business-Strategien, konzipiert und realisiert Internetauftritte nach neuesten Standards und implementiert E- Business-Anwendungen. Gerade KMU profitieren durch die Nähe des Gewerbeverbands zu den KMU und durch das auf sie speziell ausgerichtete Angebot. Häufig wird der Gewerbeverband Basel-Stadt neben Entwicklungsprojekten auch für den laufenden Unterhalt von Websites angefragt. Eine Präsenz im Internet ist bekanntlich nur die halbe Miete, nicht weniger wichtig ist Aktualität und Veränderung.

KMU-Channel

Eine weitere Zielsetzung des Gewerbeverbands Basel-Stadt zur Stützung der E-Business-Kompetenz von KMU ist die regelmässige Kommunikation über das Internet, welche mit dem umfangreichen Online-Angebot im KMU-Channel (www.kmu-channel.ch) hergestellt wird. Diese grösste Informationsplattform für KMU in der Nordwestschweiz wird seit 2001 vom Gewerbeverband betrieben, tagesaktuell gepflegt und weiterentwickelt. Fachartikel, Arbeitsmittel und Hilfen für das KMU- Business sowie News aus Politik und Wirtschaft stehen den Interessierten zur Verfügung. Damit wird nicht nur die Online-Kommunikation über die neuen Medien gefördert, sondern den KMU auch Unterstützung im Umgang mit E-Business geboten. Dass für KMU die Nutzung derartiger Online-Medien erst allmählich zur Selbstverständlichkeit wird, spiegeln die anfänglichen Besucherzahlen des KMU-Channel wieder. In der Zwischenzeit lässt sich jedoch der Wandel in der Nutzung des Internets, aber auch im allgemeinen Interesse an neuen Medien und der vermehrt besseren eigenen Infrastruktur bei KMU im deutlichen, stetigen Anstieg der Zugriffszahlen für den KMU-Channel erkennen.

Der im Dezember 2004 komplett überarbeitete KMU-Channel zeigt in den fünf Themenwelten Dienstleistungen, Politik, Berufsbildung, Veranstaltungen und Gewerbeverband übersichtlich die Fachthemen des Gewerbeverbands Basel-Stadt für interessierte KMU. Während des Redesign-Projekts, das in einem interdisziplinären Team über einen Zeitraum von einem Jahr durchgeführt wurde, lag der besondere Fokus auf der Interaktivität. KMU sollen die Möglichkeit haben, über den neuen KMU-Channel vermehrt auch selbst aktiv zu werden, eine Aufwertung von reiner Information zur beidseitigen Kommunikation zu erreichen. Verschiedene Massnahmen wurden für die neue Plattform bereits umgesetzt, etwa Checklisten und Formulare, Newsletter, Downloads, ein Politik-Barometer sowie ein politisches Meinungsforum und ein Online-Shop. Weitere Anwendungen werden weiterhin für den KMU-Channel entwickelt und implementiert.

Auf dem richtigen Weg

Der Gewerbeverband Basel-Stadt zeigt sich nicht nur über die Entwicklung des KMU-Channel als Barometer für die Sensibilität der KMU zu neuen Medien erfreut, sondern auch über die E-Business-Projekte, die er zusammen mit seinen Kunden durchführt. Der Geschäftsführung des Kompetenzzentrums zeigt sich nach der starken Zurückhaltung früherer Jahre ein deutlicher Anstieg nicht nur der Projektaufträge, sondern vor allem der Kundenanforderungen, die sie mit einer merklich höheren Affinität zu den neuen Medien und einer gründlicheren Auseinandersetzung mit den eigenen Zielsetzungen erklärt. Beide Trends sind Zeichen, dass KMU auf dem richtigen Weg sind und sich für die Zukunft rüsten. Man stellt sich nicht mehr die Frage, ob, sondern wie das Unternehmen im Internet vertreten sein muss und wie die Zielgruppe optimal bedient werden kann.

Chancen und Risiken

Ihr erster Schritt zum Einstieg ins E-Business sollten gründliche Überlegungen sein. Welche Chancen und Risiken bestehen für mein eigenes Unternehmen? Welche meiner Produkte und Dienstleistungen möchte oder kann ich über das Internet anbieten? Was ist meine neue Zielgruppe? Bedenken Sie, dass Sie mit dem Internet automatisch in einen weltweiten Markt eintreten. Sind Sie auf die enorm grössere Streuung und die potenziellen neuen Absatzmärkte - auch im Ausland - vorbereitet? Wie wollen Sie Märkte, die Sie nicht bedienen können, ausklammern, ohne sie aber vor den Kopf zu stossen? Wie beurteilen Sie das Kosten-Nutzen-Verhältnis und durch welche Massnahmen können Sie es optimieren? Wie verhält sich die Konkurrenz am Markt?

Um diese und weitere Fragen zu klären, wird die E-Business-Strategie definiert. Anschliessend erfolgt die Konzeption und Umsetzung der geplanten Massnahmen. Neben dem auf die Ziele abgestimmten Internet-Auftritt mit seinen Einzelanwendungen gehört dazu auch ein Marketingkonzept - online wie offline. Mit diesem Rüstzeug steht Ihrem erfolgreichen Start ins E-Business nichts mehr im Wege.

Bettina Pfalzgraf

Dieser Artikel ist erschienen in der Basler Zeitung, Stellefant, am 24.12.2004.

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