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Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien
Die Diskussion über den Bau eines neuen Atomkraftwerks in der Schweiz ist wieder voll entbrannt. Aus Sicht der regionalen Wirtschaft müssen wir diese Debatte mitgestalten. Dabei ist für mich klar: Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien!
Aus meiner Sicht sprechen drei Gründe gegen die Option AKW. Erstens: Wer auf Kernkraft setzt, handelt so lange verantwortungslos, als die Sicherheit im Betrieb eines Atommeilers nicht gewährleistet und vor allem das Problem der Endlagerung der radioaktiven Abfälle nicht gelöst ist. Es kann nicht sein, dass wir unseren Atom-Müll – nach dem Motto «Aus den Augen, aus dem Sinn» – weiterhin ins Ausland abschieben! Zweitens: Zentral produzierte Kernkraft bringt der Region Nordwestschweiz weder Wertschöpfung noch Arbeitsplätze. Und drittens würde der Bau eines neuen AKW nach dem Kernenergiegesetz dem fakultativen Referendum unterstellt. Ich bin sicher, dass die Option Kernkraft in einer Abstimmung beim Schweizer Volk keine Zustimmung fände. Wieso sollten wir heute wollen, was wir vor 25 Jahren in Kaiseraugst erfolgreich verhindert haben?
Was ist die Ausgangslage? Bis im Jahre 2020 müssen voraussichtlich vier der fünf bestehenden Schweizer AKW abgestellt werden. Es ist klar, dass wir diese Kapazitäten ersetzen müssen. Die Energielücke kann aber auch anders als mit neuer Kernkraft gefüllt werden. Wir müssen jetzt zwingend über alternative Energieformen diskutieren. Dabei werde ich mich entschieden für die Förderung von neuen Technologien und für die Nutzung erneuerbarer Energien einsetzen. Diese sind nachhaltig und stellen eine grosse Chance für unsere Region dar, weil sie lokale Wertschöpfung generieren und neue Arbeitsplätze schaffen. Denn im Gegensatz zum zentral produzierten Atomstrom können wir sie regional gewinnen und bleiben dadurch auch unabhängig von Importen aus instabilen Krisengebieten. Ich denke an Strom und Wärme aus Erdwärme, Windenergie, Sonnenkollektoren, Holzheizkraft oder an Energie aus Biomasse. Unser sogenannt "rohstoffarmes" Land verfügt hier über mehr als genügend Ressourcen. Und die Region Basel hat dank der sun 21, der Energiestadt © Riehen und anderen lokalen Pionierleistungen auf diesem Gebiet bereits einen europaweiten Vorsprung!
Wir müssen aber nicht nur neue Energie produzieren, sondern auch sparsamer damit umgehen. Und auch von davon profitiert wieder die regionale Wirtschaft. Investitionen in effizienzsteigernde Massnahmen wie Um- und Neubauten nach "Minergie"-Standard oder Aktionen wie «Das bessere Fenster», «Der bessere Keller» oder «Das bessere Flachdach» des Basler Amts für Umwelt- und Energie lösen Investitionen in Liegenschaften aus und führen so wieder zu Aufträgen für das lokale Gewerbe. Das hat positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Steuereinahmen des Staates.
In der Energiefrage liegt eine grosse Chance für unsere Region. Bereits heute belegen wir in vielen Disziplinen Spitzenplätze. Basel ist Hochburg der Life Sciences, wird als Kultur-, Architektur- und Messestadt weltweit wahrgenommen, und sogar die Fussballwelt kennt uns dank des FCBs. Weshalb sollte "Basel" in Zukunft nicht auch in einem Atemzug mit Spitzenleistungen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien genannt werden?
Peter Malama
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