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Müdigkeit am Steuer

Unfälle durch Übermüdung geschehen weit häufiger als solche mit Alkoholeinwirkung. Der Kopf verarbeitet bei Erschöpfung die Geschehnisse langsamer, die Wahrnehmung wird verzerrt. Der Körper schaltet auf Erholungsphase, die Reaktionszeit wird länger.

Wer fährt, sollte die ersten Anzeichen von Müdigkeit unbedingt ernst nehmen: Gähnen, schwere Augenlider, Verspannung oder abschweifende Gedanken sind eindeutige Warnsignale, dass der Sekundenschlaf nicht mehr weit ist. Und der kann tödliche Folgen für alle Beteiligten haben, denn Schlafunfälle passieren meist ungebremst. Drei Sekunden schlafen bei 120 km/h, das bedeutet 100 m Blindfahrt.

Wirksame Sofortmassnahmen

Wenn Sie alleine unterwegs sind: Halten Sie bei den ersten Anzeichen von Müdigkeit sofort an einem sicheren Ort an und gönnen Sie sich einen kurzen Schlaf von etwa 20 Minuten. Bringen Sie anschliessend den Körper mit Gymnastikübungen wieder auf Touren.
Wenn Sie andere fahrtüchtige Personen im Fahrzeug dabei haben, halten Sie sobald wie möglich an und lassen Sie jemand anderen fahren.

Präventive Massnahmen

Achten Sie darauf, dass Sie nachts ausreichend schlafen.
Verzichten Sie auf Konsum von Alkohol und Drogen, besonders in Kombination mit Medikamenten.
Vermeiden Sie spät abends körperliche Aktivitäten.
Machen Sie keine langen Tagesschläfchen.
Verzichten Sie vor dem Fahren auf üppige, schwere Mahlzeiten. Der Verdauungsvorgang macht den Rest des Körpers träge.
Verlegen Sie Ferienfahrten nicht in die Nacht. Gerade wer länger unterwegs ist, sollte nicht zur Schlafenszeit fahren. Schalten Sie regelmässige Pausen ein, in denen Sie sich bewegen, etwas Leichtes essen und genügend alkoholfreie Getränke zu sich nehmen.

Weit verbreitete Irrtümer

"Kaffee oder koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen":
Die Wirkung tritt erst verzögert ein und hält nicht lange an.
"Rauchen hilft gegen Müdigkeit":
Das Gegenteil ist der Fall, denn der Rauch entzieht, auch bei geöffnetem Fenster, dem Wageninnern Sauerstoff und fördert so die Müdigkeit.
"Ich habe mich voll im Griff":
Mit Willenskraft allein fährt man nicht sicherer. Schlaf ist ein körperliches Bedürfnis wie Essen und Trinken. Doch im Gegensatz zu diesen beiden kann man das Schlafbedürfnis nicht einfach ignorieren, der Körper holt sich früher oder später, was er braucht.

Im Wagen sollte keine Zimmertemperatur herrschen. Regelmässiges herunterlassen des Fensters regt den Kreislauf an und fördert die Konzentrationsfähigkeit.

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